Lebendige Vielfalt
Neue Ausgabe der Zeitschrift „Lebendige Vielfalt im Westerzgebirge“
Bergbau und Natur
„Alles kommt vom Bergwerk her“ ist ein gern verwendeter Satz im Erzgebirge, schon seit langer Zeit und noch viel öfter seitdem „wir Welterbe sind“, seitdem 2019 die UNESCO den Titel „Montanregion Erzgebirge“ verliehen hat. Vielleicht ist ja dieses „Alles“ ein wenig übertrieben, denn das Gebirge gäbe es trotzdem und sicher wäre es auch bewohnt, wenn es diesen „Schatz“ in der Tiefe nie gegeben hätte. Aber es stimmt am Ende schon: Bergbau und Hüttenwesen haben der Gegend nicht nur den Namen verehrt, sondern beträchtliche Spuren hinterlassen. In vielerlei Beziehung, sei es nun Natur und Umwelt, Industrie und Gewerbe, Kultur und Wissenschaft oder sogar ein wenig in unserer Art zu leben. Spuren, die uns häufig gar nicht so recht bewusst sind, wenn wir heute unsere Region betrachten.
Vor allem mit den Auswirkungen auf Natur und Landschaft setzen wir uns in diesem Heft auseinander, versuchen einen Überblick über die Geschichte von Bergbau und Hüttenwesen und ihren diesbezüglichen Folgen zu geben. Außerdem finden Sie Beiträge zur Renaturierung von Bergbauobjekten und zu den Gesteinen, Mineralien und Erzen. Und nicht zuletzt – und das liegt uns besonders am Herzen – greifen wir das Thema „neues Berggeschrei“ auf, denn Totgeglaubte leben manchmal doch noch. Der „Berg schreit“ scheinbar wieder und mit den Hintergründen, Chancen und Risiken einer etwaigen Renaissance des Bergbaus setzen wir uns gleich im ersten Beitrag auseinander. Wir verraten wahrscheinlich kein Geheimnis, dass wir von den Bemühungen und Entwicklungen in diese Richtung nicht sonderlich begeistert sind.
Interessierte finden die Zeitschrift wie immer kostenlos in allen Stadt- und Gemeindeverwaltungen und Tourismusinformationen der Region, beim Landschaftspflegeverband und in der Naturherberge Affalter.
Matthias Scheffler
Landschaftspflegeverband Westerzgebirge/ NABU Aue-Schwarzenberg






